“Welcome Back” – Part 1

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Sich in der Zeit verloren

Der heutige Tag ist ein ganz Besonderer für mich. Ich feiere meinen persönlichen Jahrestag. Und hier kommt die Becker-Faust: Yes, well done!                                      Genau vor einem Jahr (plus fünf Tage) bin ich nach Australien gekommen und daher wird es endlich Zeit mit der Stille hier auf meinem Blog Schluss zu machen und ihm wieder ein wenig Leben einzuhauchen. Also was ist passiert in den letzten Monaten? Ich kann euch sagen so einiges und nichts davon hatte ich jemals erwartet, geschweige denn davon geträumt! Rückblickend kann ich eins mit Gewissheit sagen, ein unglaublich aufregendes Jahr liegt hinter mir. Seien es die traumhaften Orte an denen ich war, die großartigen Menschen, denen ich begegnet bin oder die vielen Erlebnisse, die meine Reise so einmalig machen. Bisher war es ein geiler Trip und ich freue mich jetzt schon auf all das, was auf den weiteren Reisen noch so passieren wird. Besonders mit dem Ausblick auf Deutschland. Der Sommer 2014 kann alles sein, aber eines ganz bestimmt nicht: langweilig!                                                                                                                           Aber fange ich doch am besten dort an, wo ich aufgehört habe zu schreiben….

AUGUST 2013. Nach mehr als vier Monaten Arbeit war es endlich an der Zeit die Wüste zu verlassen, meinen Backpack zu nehmen und ein wenig zu reisen, um etwas von Australien zu sehen. Und was wäre für den Anfang nicht besser geeigneter als der „Ayers Rock“?                                                                                                                                      Ich mein, Hallo? Sobald man an Australien denkt kommen einem doch drei Sachen in den Sinn: Great Barriere Reef, das Opera House in Sydney und der „Ayers Rock“. Also eine drei Tagestour gebucht, auf der wir neben dem „Uluru“ noch „Die Olgas“ und den „Kings Canyon“ besichtigt haben.                                                                                                     IMG_3264Der Trip, auch wenn wir viel im Auto saßen war schon echt cool. Haben viel sehen können, zwar war dann der „Ayers Rock“ doch nur ein roter Stein, den man sich mal anschauen kann, aber einen nicht gerade zu irgendwelchen Jubelsprüngen verleitet. „Die Olgas“ und besonders der „Kings Canyon“ haben mir dann schon eher gefallen. Letzterer bot uns eine unglaubliche Aussicht und einen grandiosen „Walk“ durch das komplette Areal.                                                                                         Mit einigen Sonnenbränden und den Adressen von neuen „Facebook“-Freunden im Gepäck ging es zurück nach Alice Springs und von dort aus ging es für mich nach Darwin. Wie? Mit dem Zug. Herrlich. Hab wohl zu viele Dokumentationen gesehen, aber wenn ich schon mal in Australien bin, muss ich unbedingt mit dem „Ghan“ fahren, es lebe die Nostalgie. Na ja, abgesehen von einem wirklich unglaublich bequemen Sitz, einem überteuerten Boardrestaurant und einer Nachtfahrt, die einem nicht viel Aussicht bot, war ich in Darwin mit dem Gefühl angekommen, nicht wirklich viel erlebt zu haben. Eine Zugfahrt eben. Am Ende des Tages ist man dann doch immer wieder froh, wenn man sein Ziel erreicht hat!      IMG_3417                                 Die erste Nacht verlief anders als erwartet. Früh ins Bett gehen und fit sein für einen neuen Tag, denn am nächsten Tag hieß es ab in den „Kakadu Nationalpark“. Nur hatte das Bier so gut geschmeckt und mein irischer Filmliebhaber und ich konnten uns einfach nicht von unserer Diskussion losreißen, ob Ben Affleck wirklich die geeignete Wahl für „Batman“ im neuen „Superman vs Batman“ – Film sein kann! Auch nach einer spontanen Umfrage in den Kneipen Darwins konnten wir zwar mehrere Telefonnummern verzeichnen, aber die Frage „Richtig oder Falsch“, die uns beschäftigt hatte, konnte einfach nicht beantwortet werden.                                                                                                                                 Na ja, nächsten Tag hatte ich dann wieder besseres zu tun, als über filmische Nichtigkeiten dieser Welt nachzudenken, nämlich Krokodile schauen. Denn als Erstes auf dem Plan stand eine Flussfahrt über den „Billabong“ an und hier soll es eben die größte Krokodil-Dichte überhaupt geben, also ist es ziemlich wahrscheinlich, das man hier welche zu Gesicht bekommt.                                                                                                   IMG_3450 Zu früh die Aufregung und schnell wurde meine „Hollywood“-ähnliche Vorstellung von menschen-fressenden Ungeheuern, die das Boot zerstören wollen, um uns bei lebendigem Leib zu verspeisen, zerstört. Wir haben eins gesehen, es war knapp 40 cm lang und hat am Ufer geschlafen. Die Bootstour war dennoch lustig und auch wenn man keine Killer-Krokodile in Aktion gesehen hatte, so haben wir echt schöne Vögel gesehen. Jetzt mag sich der eine oder andere denken – Vögel sind aber keine Krokodile. Ja, das stimmt, aber man muss sich auch manchmal mit den kleinen Sachen im Leben zufrieden geben.                                                                                                                                  Am zweiten Tag hatten wir noch einen unglaublich schönen Wasserfall besucht zudem stand wandern und baden auf dem Plan. Ja, auch dieser Trip war echt cool. IMG_3661Aber meine Vorfreude über das Bevorstehende war zu groß und ich war mit meinen Gedanken schon längst in Asien! Denn noch am selben Abend würde ich am Flughafen sitzen, auf Pauli warten und gemeinsam würden wir auf die Philippinen fliegen. Mein erster Asien-Trip, yeah!

SEPTEMBER 2013. Da saßen wir also. Darwin, mitten in der Nacht am Flughafen, darauf wartend dass der Check-In endlich seine Pforten öffnen würde. Das Flugzeug sollte um drei Uhr nachts starten und dann würde es ein langer Tag werden. Denn von Darwin ging es nach Manila, dort hatten wir zwei Stunden Aufenthalt und von dort aus ging es weiter nach Kota Kinabalu (Malaysia), wo wir Henry treffen würden um gemeinsam ins Hostel zu fahren, wo Matt schon längst auf uns wartet.                                                                           IMG_3712Ja, die alte „Tilmouth-Gang“ war wieder zusammen und vor uns stand ein mehrtägiger Asien-Trip, der zu erst den Osten Malaysias vorsah und dann die Philippinen.                                             Der erste Tag verlief noch recht planlos. Wir sind auch nicht die Leute gewesen, die sich vorab damit beschäftigt haben was wir wann und wo machen konnten. Vielleicht wäre es in diesem Fall angebracht gewesen, da wir „nur“ 6 Tage für Sabah, den Osten von Malaysia, hatten. Aber daher gibt ja Reisebüros, um ahnungslosen Backpackern weiterzuhelfen.                      Mögt ihr „White Water Rafting“? Ja klar!                                                                                  Mögt ihr mit dem Auto durch die Gegend fahren? Aber so was von!                                 Habt ihr Geld dabei? Dank Wechselkurs nicht zu wenig!                                                 Nicht viele Fragen gestellt und in wenigen Minuten hatte die Dame einen ausgeklügelten Reiseplan für uns.                                                                                                                 Also, „Rafting“ am ersten Tag. War ja schon mal eine Ansage. Hatte uns erst einmal drei Stunden gebraucht um überhaupt zum Fluss zu gelangen und dann noch mal eine Stunde in einem Zug, der in anderen Ländern wohl als antik gelten dürfte, durch den Regenwald getuckert, bis wir endlich am Ziel waren. Die Boote waren schon im Wasser, Schwimmweste geschnappt, Paddel genommen und bereit waren wir.                                 WR5 Die Tour hatte es in sich gehabt. Unser Boot bestand zudem nur aus Kerlen, die allesamt überschwänglich jede Stromschwelle feierten, als wäre es der Ritt unseres Lebens. Jedes Boot hatte einen Guide, der fürs Lenken zuständig war. Der wurde natürlich von dieser überbrodelnden Männlichkeit angesteckt und hatte einfach mal vorgeschlagen, die nächste Stromschnelle ohne Boot zu durchqueren. Einfach im Wasser liegen und den Steinen ausweichen und sich treiben lassen. THEORETISCH hört sich das ja einfach an. Besonders, wenn man sich einfach links hält, auf der „sicheren“ Seite. Die THEORIE ließ mich dann auch übermotiviert ins Wasser springen, nur wollte all das bei mir nicht funktionieren. Natürlich geriet ich auf die falsche „rechte“ Seite und klar konnte ich mich nicht einfach und stressfrei treiben lassen. Nö, das viele Wasser und die riesigen Steine verursachten dann doch schon so etwas Ähnliches wie eine kleine Panikattacke bei mir. Das, wenn ihr mal in Stromschnellen schwimmen solltet, nicht so gut kommt.                  Ich war wohl der glücklichste Mensch auf Erden, als ich wieder im Boot saß. Die leichte Angst wich und ich war nun nur noch „happy“. „Bitte, nicht noch einmal. Lasst uns das Boot bitte nie wieder verlassen.“  War meine einzige Bitte. Ich wusste nicht so ganz, wie ich das Lachen der Leute im Boot zu deuten hatte, aber ich hoffte einfach mal, dass sie Rücksicht nehmen würden. Wenig später war mir klar, dass diese Annahme falsch war. Denn nun war es an der Zeit einfach mal das Boot auf den Kopf zu stellen und vor der nächsten Stromschnelle wieder aufzurichten und im Boot sein. Mein Kopf war mal wieder der Auffassung, dass die THEORIE einfach klang, meine zitternden Hände aber machten den Anschein, vom Wasser genug zu haben. Kaum hatte ich mein Veto ausgesprochen, da befand ich mich auch schon wieder im Wasser.                                                        Glück gehabt, das Boot lag wieder auf der richtigen Seite und jeder hatte es rechtzeitig rein geschafft, abgesehen von mir. Ich war wieder mit den Stromschnellen, dem vielen Wasser und den Steinen am kämpfen. Mein Glück, es hatte diesmal nicht so lang gedauert und überlebt hatte ich es auch dieses Mal.                                                          IMG_3739Am Tag darauf packten wir unsere Sachen und verließen Kota Kinabalu. Mit dem Mietwagen ging es als erstes in den „Nationalpark Kota Kinabalu“ der knapp drei Stunden außerhalb lag. Bisschen wandern und ein wenig gucken. War schön, aber leider zu bewölkt um irgendwas vom Berg zu sehen. Uns wurde aber versichert, dass der da irgendwo sein muss, irgendwo hinter der Wolkenwand. Zudem lagen wir falsch, um den Berg zu erklimmen, brauchte man schon seine zwei Tage. Wir hatten leIMG_3804ider nur einige Stunden eingeplant, somit ging es dann weiter nach Sandakan.            Vor dem Antritt der Reise hatte Paul noch einen Wunsch geäußert, er möchte gerne Affen sehen! Unser Ziel also „Sepilok Orang Utan Sanctuary“.                                                         Nächsten Morgen erwachte ich dann mit einer schönen Magenverstimmung. Das vermeintlich einfach Pasta-Gericht musste es wohl verursacht haben. Dumme Idee, dennoch „Urang Utans“ schauen ging noch.                                         Der Rückweg von Sandakan nach Kota Kinabalu war den Umständen entsprechen soweit in Ordnung, genau wie der Flug von Malaysia auf die Philippinen, aber in Cebu war es dann soweit. Ich musste einen Arzt aufsuchen. Der machte es offiziell: Lebensmittelvergiftung. Irgendetwas „Falsches“ gegessen. Was lern ich daraus? Bestell nichts exotisches, wie Pasta in Asien. Italienische Küche und Malaysia, ein Kulturclash vom Feinsten.                                                                                                                   Vollgepackt mit Antibiotika hieß es dann für einen ganzen Tag Bettruhe und hoffen, dass es mir danach schnell wieder besser geht! Wie schön das wir in einem 140 Betten Zimmer schliefen, mit einer 24-stündigen Betriebsamkeit wie auf dem Hamburger Hauptbahnhof um fünf Uhr nachmittags. Ja, Ohren und Augen zu und einfach durch da. In solchen Momenten ist man einfach glücklich einen Laptop dabei zu haben – der Serien-Marathon konnte beginnen.                                                                                                                  Nach einer erholsamen Nacht ging es mir dann wirklich einigermaßen besser. Zumindest gut genug um mit nach Bohol zu kommen, nächster Stop: „Chocolate Hills“ und die kleinen „Tarsier Monkeys“.                                                                                                   Auch wenn niemand von uns eine zugelassene Lizenz für einen Roller hatte, geschweige denn schon mal auf einem saß, so sind wir doch schnell zu dem Entschluss gekommen uns welche zu mieten. Und nicht so kleine „ich bin 16 und darf mal 50 km/h schnell fahren.“ Nein, wir hatten uns dann schon welche mit 90 ccm ausgesucht. Ein geübter Blick, eine schnelle Einführung in das kleine ABC der Rollerhandhabung und schon wurden uns die Helme ausgehändigt. Was für ein Spaß. „Easy Rider“ für Arme und dennoch fühlten wir uns großartig.                                                                                      IMG_3832Die „Tarsier Monkeys“ oder auf deutsch die „Koboldmakis“,               eine gefährdete Primatenart, eine kleine Makis-Kolonie wird auf Bohol in einem kleine Schutzgebiet behütet und beobachtet. Für uns gab es eine kleine, persönliche Tour und wir konnten die kleinen „Makis“ in Natura erleben. Da sie aber leider nachtaktiv sind, gab es nicht viel zu sehen abgesehen von schlafenden Primaten!                                                                                                                                  Von da aus ging es zu den „Chocolate Hills“, eine ungewöhnliche, geologische Formation aus  nahezu perfekt halbkugel- oder kegelförmig gestalteten Hügel von etwa gleicher Höhe. Sie alle sind lediglich mit grünem Gras bewachsen, das sich während der Trockenperiode braun verfärbt und den Hügeln ihren Namen verleiht. IMG_3861Ein paar Fotos gemacht, die Aussicht genossen und ab auf unsere „Bikes“. Auch wenn all das, was wir gesehen hatten toll und schön war, so blieb das Highlight doch das „Cruisen“.                    Nach Bohol verließen uns dann Henry und Pauli. Für Matt und mich ging es weiter nach Malapascua, hier sollte ich meine Leidenschaft fürs Tauchen entdecken. Malapascua, eine kleine Trauminsel, die sich nordöstlich von Cebu befindet. Dieser Ort war wohl das, was man sich vorstellt, wenn man an eine Trauminsel denkt: kilometerlanger, weißer Strand, türkisblaues Wasser und durchgehend Sonnenschein. Hier konnte man es wohl aushalten.                                                               Nach zehn Tagen hatte ich meinen aller ersten Tauchgang hinter mir, zudem meinen „Open Water“- und meinen „Open Water Advance“-Kurs erfolgreich absolviert. Somit war ich offiziell anerkannter Taucher.                                                                      IMG_3937Dieses Gefühl von Schwerelosigkeit, wenn man das erste Mal unter Wasser ist. Zu realisieren, dass man, obwohl man am tauchen ist, dennoch atmen kann, verwundert einen in den ersten Sekunden. Aber wenn man in die Stille eintaucht und die Unterwasserwelt erblickt, die einen umgibt, vergisst man alles, was über einen ist. Man lässt sich treiben und beobachtet die Schönheit und die Vielfalt. Der Herzschlag wird ruhiger, man fühlt sich vom Flossenschlag zu Flossenschlag immer entspannter. Es gibt keine Hektik oder Unruhe, lediglich dich als großen Besucher in der maritimen Welt! Es gibt nichts Schöneres als sich von der Erdanziehungskraft loszueisen und dahin zu gleiten.                                                                                                                                   Es hatte nicht lang gedauert und Matt und ich haben uns richtig gut in das Leben auf dieser Insel eingefunden. Tagsüber tauchen und die Theorie lernen und abends mit den anderen Kursteilnehmern den Abend ausklingen lassen. Das war der perfekte Urlaub vom Urlaub.                                                                                                                                Aber auch diese Zeit ging vorbei und die restliche Zeit, die wir noch über hatten, wollten wir damit verbringen, noch mehr von den Philippinen zu sehen.                                                   matt signVon Malapascua ging es also weiter nach El Nido, ein Paradies für Taucher, wenn das Wetter mitgespielt hätte. Unsere letzte Woche auf den Philippinen war der Beginn der Regenzeit, was uns das ein oder andere Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Daher konnten wir in El Nido von unserem ursprünglichen Plan tauchen zu gehen, nicht viel umsetzen.                                                Wir zogen also früher weiter als geplant, nämlich nach Palawan, in das schöne Örtchen Coron. Diese Insel ist bekannt für seine Dutzend Schiffswracks, die vor der Insel liegen. Wrack-Tauchen wollte ich unbedingt noch gemacht haben, bevor ich die Philippinen verlassen sollte. Das Wetter hatte zwar zeitweise für Überflutungen und Stromausfall in der ganzen Stadt gesorgt, aber am vorletzten Tag, meinte es Petrus gut mit mir und die Sonne kam raus. Schnell ging zur nächsten Tauchschule und zwei Tauchgänge für den Tag gebucht. Und auch wenn es geregnet hatte, sind wir dennoch rausgefahren und haben zu zwei unterschiedlichen Wracks besichtigt.                                                         G0060174Ein merkwürdiges Gefühl, man springt ins Wasser, das vom starken Wellengang aufgewühlt wurde und das einzige was man wirklich sehen kann, ist die Ankerleine, an der man sich während des Abtauchens festhält. Schnell den Druck auf den Ohren ausgleichen, damit es ohne Schwierigkeiten auf eine Tiefe von 35 Meter gehen kann. Und auf einmal, als würde ein Vorhang fallen, liegt dieses Monstrum aus Stahl vor einem. Alt und vermodert und dennoch wunderschön lag es dort vor uns.                                                                              Nach einer Weile sind wir dann sogar ins Schiff geschwommen und haben einige Räume besichtigt. Ein Ort, an dem der kleinste Fehler fatale Folgen haben könnte, ein Ort wo man sich zu einfach verirren könnte oder an irgendeiner Tür oder einem Spalt einfach hängen bleiben könnte und ums überleben kämpft. Ja, solche Tauchgänge sollten nur dann durchgeführt werden, wenn man weiß, wie man sich in Umgebung wie dieser, zu verhalten hat.                                                                                                                             Nach drei Tagen sagten wir Coron „Good Bye“ und machten uns auf den Weg nach Manila. Für mich ging es zurück nach Australien und für Matt weiter nach Bali.            Gelebt und erlebt, so kann man diesen Asien-Trip wohl gut beschreiben. Als wir auf dem Weg nach Manila waren und unseren letzten Tag zusammen verbracht hatten, wurde nicht viel geredet. Keine halben Versprechungen ausgesprochen oder über das Erlebte palavert. Jeder von uns saß da, mit einem Lächeln im Gesicht und der Gewissheit, dass Abschied nehmen genau so sehr zum Reisen dazu gehört, wie die Geschichten die man danach zu erzählen hat. Ob wir uns irgendwann wieder sehen werden, ich wusste es an dem Punkt nicht und ich weiß es immer noch nicht. Warum spekulieren? Abwarten und leben!  Matt and meDas einzige was ich wusste als ich Matt das letzte Mal gedrückt hatte war, dass ich glücklich war und ich bin es immer noch. Daher werde ich diesen verrückten Kanadier so schnell auch nicht vergessen.                                                                                           Blick auf die Anzeigetafel im Flughafen, mein Flug wurde gestrichen? Mh, ein weiterer Tag in Manila und wo soll ich schlafen? „Bitte wenden sie sich an die Fluggesellschaft“, hieß es am Schalter. Die wiederum meinten nur, „Jetstar“, so der Name der Fluggesellschaft, hätte sich bereits um alles gekümmert. Ich wäre leider nur zu spät und müsste daher ein Taxi nehmen. Dem Fahrer sagen, ich wäre ein Passagier von „Jetstar“ und er wüsste Bescheid. Klang im ersten Moment komisch. Nicht zu wissen, was mich erwartet stieg ich trotzdem ins nächste Taxi, hab das getan, was mir aufgetragen wurde und der Fahrer legte los. Ich hab ja mit allem gerechnet, zumal ich als Backpacker ja die ganzen Hostles gewohnt war und es noch bin, war auch mein Anspruch nicht wirklich hoch, Hauptsache ein Bett. IMG_3961Als wir dann aber vor einem 5-Sterne Hotel hielten und ein Page sich mein Backpack schnappte, war ich ein wenig geplättet. Wow, ein Zimmer für mich ganz allein mit Kingsize-Bett und einer riesigen Badewanne. Und das Beste, am Abend und auch am Morgen gab es ein unglaublich großes Buffet, ja – genau das Richtige für mich. Ich mit meinem Drei-Tage-Bart, der kaputten Jeans und meiner Baseball-Cap, wirkte nicht wir der Standard-Gast, aber wen interessiert es, es gab Sushi umsonst und soviel Kuchen wie ich nur essen konnte. Paradiesische Verhältnisse!                                                                                                                 Gestärkt verließ ich am nächsten Morgen das Hotel und machte mich auf dem Weg zum Flughafen und diesmal hob der Flieger wirklich ab, zwar mit ein wenig Verspätung aber egal, hatte ja vorher in einem Hostle mit einem 24-Stunden Check-In ein Zimmer vorab reserviert. Auf  den ersten Blick kamen mir die Leute auch kompetent vor. Aber schon gleich das erste Aufeinandertreffen verriet mir, irgendwas stimmt hier nicht. Meine Reservierung hatten sie irgendwie verloren, aber konnten mir dennoch ein Zimmer geben. Ich also die Sachen genommen und hundemüde um 2 Uhr nachts das Zimmer aufgesucht. Mh, irgendwie schien das Bett, in dem ich heute schlafen sollte, bereits benutzt zu werden. Nochmal runter zur Reception und nachgefragt. „Keine Sorge, Leute vergessen hin und wieder ihre Laken abzuziehen“, wurde mir versichert. Ich also zurück ins Zimmer und mich schlafen gelegt. Nach einigen Stunden tickte mir, wie befürchtet, wer auf meine Schulter. Ich klärte den Typen auf und blieb einfach mal liegen. Nach einer Weile ging die Tür auf und das Licht an. Unser Einstein von der Rezeption stand da, mit einer Liste. Wie ist dein Name und deutete mit dem Finger auf mich, so als hätte er mich nie gesehen. Oh, du gehörst hier gar nicht hin, falsches Zimmer. „Wie bitte???“ dachte ich nur, meine Geduld schien am Ende, aber hier jetzt eine Grundsatzdiskussion über Prinzipien vom Ast zu reißen, das hätte auch wenig Sinn gemacht. Ich nahm also meine Sachen und verließ das Zimmer und ging in ein Neues. Dieses sollte das Richtige sein und ich konnte endlich schlafen. Der Biergutschein, der mir überreicht wurde, sollte als Entschädigung dienen. Danke für ihre Großzügigkeit! Ich werde sie definitiv nicht weiterempfehlen.

Es hatte zwei Tage gedauert, als ich meinen alten Chef vom Roadhouse per Zufall am Telefon hatte. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob er wen kennt, der Arbeiter sucht. Ja, er wüsste da wen, sich selber. Interessant. Ich war jung und brauchte das Geld, also sagte ich ja.                                                                                                                                       Es ging also zurück nach Alice Springs, zurück ins Roadhouse und ich dachte schon, ich würde diesen Ort nie wieder sehen!

Und nächste Woche, mein Ostküsten-Trip, Weihnachten und Geburtstag in Australien und ein unerwartete Autounfall….

Das war’s, Grandpa sagt Tschüß!

Da hat uns schon wieder ein Manager verlassen und ich erlebe mittlerweile den dritten „Regierungswechsel“, dabei bin ich gerade mal drei Monate hier. Zudem wurde auch das Personal fleißig durchgewechselt, so dass ich der einzig Überlebende, der legendären „Tilmouth-Crew“, bin. Was hier personaltechnisch abgeht, das stellt jeden Fußballverein und seine Transferpolitik in den Schatten. Ein heiteres „Hin und Her“. Man darf munter mitraten, wer kommt und wer geht – oder wer es überhaupt länger als eine Woche aushalten wird.  Zeit für eine gepflegte Aktualisierung.

Das wohl wichtigste vorweg, ja, ich arbeite immer noch hier in „Tilmouth Well“ ( aka Roadhouse), mitten im Nirgendwo. Und ja, das Business läuft nach wie vor gut. „Ttrotz deiner Anwesendheit“, werden sich jetzt einige fragen. Leute, ich bin überhaupt der Grund warum es so gut läuft. Eigenlob stinkt, ich weiß, aber so wie ich für Sauberkeit sorge und erst die Burger, die ich brate, einfach vom Feinsten. Spaß bei Seite und genug von mir, mehr von dem, was hier in der Zwischenzeit passiert ist.

Vor knapp acht Wochen, nachdem uns Sam und David, die alten Manager kommentarlos verlassen hatten, war der „Tilmouth-Crew“ klar, verändern wird sich hier nicht viel, da wir ja im Endeffekt den Laden am Leben hielten. Irgendwer musste aber her, um den offiziellen Papierkram zu erledigen und die wichtigen Punkte übernehmen, wie uns zu bezahlen. Als Übergangslösung wurde daher das Urgestein „Rod“, von mir liebevoll „Grandpa“ genannt, eingestellt. Ich hingegen war für ihn „the Weapon“, warum? Mir hat es zu sehr gefallen, als dass ich das wirklich hinterfragen wollte.

Rod hat hier vor Jahren gearbeitet und war eigentlich dabei seinen Ruhestand zu genießen, als Janet ihn anrief und um Hilfe bat. Und wenn jemand Hilfe braucht, dann kann der 64-Jährige einfach nicht „Nein“ sagen. Zugegeben, es hieß immer drei oder vier Wochen, bis neue Leute gefunden werden, leider hatten die neuen-potenziellen Manager nach zehn Tagen bereits das Weite gesucht. So musste Rod noch weiter ausharren, bis heute.                                                                                                                                   Rob und Chris, das nächste „neue“ Manager-Paar, sie sind zwar erst seit einigen Tagen hier, aber scheinbar werden sie hier wohl länger verweilen. Wollen wir es zumindest hoffen.

Was ist sonst neu? Abgesehen von mir, alles bzw. ALLE! Die legendäre „Tilmouht-Crew“ gibt es nicht mehr. Henry, unser Sunnyboy aus Taiwan, mit seinem Six-Pack zum anfassen, wurde von einer trinkwütigen Iren ersetzt, die inzwischen gefeuert wurde. In ihre Fußstapfen trat ein Landsmann von ihr. Pearce wiederum versteht das Prinzip von „Arbeiten“:  weniger trinken und mehr ambitioniert ans Werke gehen.

Für Matt, unserem Vorzeige-Ami, ist Laura da. Die Society-Lady aus Leicester, ihr stetiges Bemühen liegt darin, immer auf dem neusten Stand von „The Bachelorette“ und „Geordie Shore“ zu sein.                                                                                                                     Dann gab es noch den kauzigen Wes, der glücklicherweise von unserem neuen Chefkoch Pauli aus Kanada ersetzt wurde. Dieser Typ ist der Hammer, der liebt das Bier genauso sehr wie ich und hat spontan entschieden mit auf die Philippinen zu kommen. „Rock’n’Roll“ sag ich nur. Und das belgische Traumpaar, für sie kam ein weiteres Paar. Diesmal aus Australien und einige Jahre älter, aber genauso liebenswert. Und das Beste, dank Greg und Judy hab ich den nächsten Job nach meinem Asien-Trip sicher. Beziehungen sind eben alles.

Die Crew ist also eine Neue und die sehnlichst erwarteten „neuen“ Manager scheinen auch gefunden zu sein. Ach ja, was für ein Zufall, Chris heißt Christine und kommt, wie soll es auch anders sein, aus Deutschland. Der Laden wird also absofort zum Teil deutsch regiert. Ob das gut oder schlecht ist, mag ich gerade mal nicht beurteilen. Für mich hat das zur Folge, das ich meine Universal-Ausrede, „sorry, das habe ich irgendwie anders verstanden“, nicht mehr verwenden kann. Jetzt wird mir zur Not alles auf Deutsch übersetzt, wie schade.

So Leute, der Countdown läuft! Noch 24 Tage und dann heißt es für mich „Goodbye Tilmouth“. Auf viele schöne Momente zurückblicken und auf die ein oder andere Art und Weise auch vermissen, denn vier Monate sind dann doch schon ein wichtiger Bestandteil für einen 12- oder 24-monatigen Australienaufenthalt. Aber das hart verdiente Geld ausgeben, was erleben und einfach nur Reisen, das ist genau das, was ich gerade will. Gebucht ist bereits alles: Ayers Rock, Zugfahrt, Darwin, Philippinen, Malaysia, Tauchschein usw. … da steht einiges an, für mich und meinen Blog.

Also Leute, ich hoffe es geht euch gut, genießt den Sommer in Deutschland. Ich denk an euch.

Und nicht vergessen, egal was ihr macht oder tut, aus der Leidenschaft heraus genießt man den Moment. Dann braucht man auch keine seiner Entscheidungen zu bereuen.

Euer Big-Jo

Ein Zeitungsartikel über Big-Jo, sweet!

DER WELTENBUMMLER

Australien, Asien, Südamerika: Jork Geercken reist um die Welt und hält seine Eindrücke in einem Blog fest.

BAYREUTH

Von Christina Fleischmann

Einöde. Weit und breit keine Ortschaften, nicht mal Häuser. Nur eine lange, endlose Straße. „Ich bin hier mitten im Nirgendwo“, sagt Jork Geercken. Nur ein Rasthaus steht am Straßenrand – Roadhouse heißt es in Australien. Dort wohnt und arbeitet Geercken seit einigen Monaten, die nächste größere Stadt, Alice Springs, liegt etwa 180 Kilometer entfernt. Australien ist Geerckens erste Station. Der ehemalige Student der Universität Bayreuth reist gerade um die Welt.

Mitte Februar ist der 27-Jährige in Perth in Australien angekommen. Viel geplant hat er im Vorfeld nicht. „Ich bin naiv an die Sache rangegangen“, sagt der gebürtige Hamburger. Etwa 2000 Euro hatte er sich zusammengespart, ein Visum beantragt, den Flug gebucht. Dann kam der Tag, an dem er sich von Familie und Freunden verabschiedete – auf unbestimmte Zeit. „Ich komme nach Hause, wenn ich glaube, ich will nach Hause. Dann, wenn es eben Zeit wird“, sagt der Weltenbummler. Das habe er auch seinen Angehörigen gesagt.

Die Leidenschaft für das Reisen entdeckte Geercken 2006, als er ein Jahr in Neuseeland verbrachte, arbeitete und über die Insel reiste. Danach kehrte er wieder nach Deutschland zurück, „aber immer mit diesem inneren Wunsch: Irgendwann musst du wieder los, irgendwann musst du wieder den Rucksack aufziehen und durch die Welt streifen.“

Nach seinem Jahr im Ausland studierte er an der Universität Bayreuth Theater und Medien, vergangenes Jahr machte er seinen Bachelor-Abschluss. Da habe es für ihn zwei Möglichkeiten gegeben, sagt er. Noch ein Masterstudium dranhängen oder das machen, was ihn wirklich glücklich macht: „das Ungewisse, Auf-Reisen-Sein, die Freiheit genießen“. Geercken hat sich für die zweite Variante entschieden.

Und ist damit vielleicht auch ein Stück weit weggelaufen, sagt er. Davor, eine berufliche Entscheidung zu treffen, einen Job zu finden, eben mit dem Ernst des Lebens zu beginnen. „Es ist eine Flucht, zu der ich stehe.“ Viele sehen das als etwas Negatives, sagt der Backpacker, „aber wenn ich aus dieser Flucht meine Vorteile ziehe und dadurch ein glücklicheres Leben erreiche, dann ist es eben so.“

Für die Zeit nach seiner Weltreise hat Geercken Träume. Er möchte im kreativen Bereich arbeiten, am liebsten beim Film, in einer Produktionsfirma. Konkrete Pläne macht der „Bauchmensch“ – so bezeichnet er sich selbst – aber nicht. Nur ein paar wenige für seine Weltreise. Im September werde er nach Asien reisen, erzählt Geercken, der Flug sei schon gebucht. Drei Wochen will er dort verbringen, Malaysia und die Philippinen sehen. Das nötige Geld dafür spart er sich gerade mit seiner Arbeit im Road-house zusammen. Nach Asien will er nächstes Jahr noch einmal, dann für eine größere Rundreise über mehrere Monate. Als weitere Stationen seien Neuseeland, einige südamerikanische Staaten und Kanada angedacht. Das Geld dafür erarbeitet sich der Backpacker durch Gelegenheitsjobs auf seinen Reisen.

Während er mit seinem Rucksack durch die Welt zieht, hält Geercken seine Erfahrungen in einem Blog fest. Den füttert er regelmäßig mit Fotos, eigenen Eindrücken und bald auch mit Interviews mit Menschen, die er beim Reisen kennenlernt, sagt der 27-Jährige.

„Das, was mich interessiert, sind andere Menschen und andere Lebenseinstellungen. Dadurch gewinne ich selbst unglaublich viel an Erfahrung.“

Nordbayerischer Kurier vom Donnerstag, 27. Juni 2013, Seite 18

Zum Nachdenken!

Kurzmitteilung

Stelle man sich einmal vor das Leben wäre ein Museum, in dem jeder erlebte Tag seinen eigenen Raum hat. Sicherlich wäre dann der eine oder andere eher langweilig, wo hingegen man in anderen wiederum ewig verweilen wollen würde.

Die wichtigste Frage aber sollte sein, wenn man sein eigenes Museum durchläuft: Bist du glücklich? Ich für meinen Teil, versuch alles dafür zu tun und lebe!

Yesterday is history, tomorow is a mystery, but today is a gift. That is why it is called the present.

Schönen guten Tag liebe Welt

Tilmouth Well - RoadhouseIch bin endlich aus dem Winterschlaf erwacht, so fühlt es sich zumindest an. Ich weiß zwar nicht, was in der Zwischenzeit bei euch los war, aber bei mir hat sich nicht viel getan. Worüber ich sehr glücklich bin, denn das bedeutet, ich arbeite immer noch.

Wir schreiben heute den 23. Mai, das heißt,  ich bin nun über drei Monate in Australien und fast einen Monat hier in „Tilmouth Well“. Ein perfekter Ort für den stetig armen Backpacker: viel Arbeit und (fast) keine Möglichkeit, Geld auszugeben, das Feierabendbierchen müssen wir leider noch selber bezahlen. „Wo genau bist du denn?“ oder „Was treibst du da so?“, wurde ich oft gefragt.

Also, man stelle sich eine Straße vor, die über 300 km durchs Nirgendwo führt. Ich meine wirklich Nirgendwo: nichts, keine Zivilisation, keine aufregende Natur, gar nichts. Einfach nur Einöde. Der Sinn dieser Straße liegt darin, zwei Orte miteinander zu verbinden und zwar Alice Springs mit Juntemut oder so ähnlich. Jedenfalls, was „Tilmouth Well“ betrifft – kein Ort, wie ich anfangs dachte, es handelt sich hierbei um ein Roadhouse – das liegt ca. 160 km westlich von Alice Springs. Also ziemlich genau irgendwo in der Mitte, mitten in der Einöde halt. Ich hoffe, dass jeder nun weiß, wo ungefähr ich die letzten Wochen verbracht habe und die nächsten Monate über noch leben werde – hoffentlich.

Was ist ein Roadhouse? Aha, gute Frage. „Tilmouth Well“ ist wie jedes andere Roadhouse eine kleine Oase, ideal für Leute, die kurz davor sind durchzudrehen, weil auf ihrer endlosen Fahrt durchs  Nirgendwo einfach nichts zu sehen oder zu entdecken gibt. Da taucht dann spontan dieser Ort auf, an dem man sich ausruhen, seinen Akku aufladen oder den Tank auffüllen kann. Dieser Ort umfasst ein Motel, Bar, Restaurant, Camping-Platz, Tankstelle und Shop. Abgesehen von Truckis und verirrten Reisenden besteht unsere Stammkundschaft aus „black fellows“, so werden die Aboriginals hier genannt. Geleitet wird das ganze Anwesen von Sam und David. Ein sympathisches Paar aus Schottland. Dann haben wir noch die Angestellten. Neben mir arbeiten hier noch Wes (Australien), Matt (Amerika), Henry (Taiwan), Lore und Martin (Belgien). Und wir sind es, die den Laden schmeißen.

The Gang

Der Tagesablauf ist in zwei Schichten aufgeteilt: Frühschicht von 7 bis 14 Uhr und die Spätschicht von 14 bis 21 Uhr. Die Aufgaben werden weitestgehend geteilt. Es gibt pro Schicht eine Person, die sich um den Shop und die Bar kümmert, eine Person, die in der Küche steht und kocht und die dritte Person ist für den gesamten Außenbereich zuständig. Mehr oder weniger bedeutet das, Motelzimmer reinigen, Wäsche waschen, dafür sorgen, dass das gesamte Areal sauber und ordentlich erscheint. Ich wiederum bin einer der wenigen hier, die alles machen: Küche, Bar oder Shop,  ich übernehme jeden Job.

Mal so nebenbei, wenn ihr irgendwann mal hier in der Nähe sein solltet, kommt vorbei und probiert den Hamburger, der ist einfach der Hammer. Ein Geheimtipp für zu Hause: Rote Beete und Ananas, leckere Kombi!Best Burger in Town

Die letzten Tage waren eher ruhig im Vergleich zur letzten Woche. Da waren mehr als 30 Leute zu Gast. In solchen Situationen helfen dann auch Sam und David mit aus, damit hinter der Bar und speziell in der Küche alles reibungslos abläuft. Die Tage haben bewiesen, wir sind ein echt gutes Team, es läuft sogar so gut, dass schon in der Zeitung in Alice Springs über uns berichtet wurde, sweet! Aber ein Wehrmutstropfen hat die ganze Sache. Diese schöne Zeit neigt sich langsam dem Ende. Und abgesehen von mir und Wes, werden nach und nach alle diesen Ort verlassen. Den Anfang machen Sam und David. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Besitzerin – Janet besitzt das Land und somit das Roadhouse. Sie hat das Sagen hier und bestimmt wie viel Budget zur Verfügung steht. Was genau vorgefallen ist, das weiß ich nicht. Sam stand die Tage lediglich vor uns und hat gesagt, sie hätten den Vertrag gekündigt. Das Leben geht weiter. Und nach dem die beiden weg sind werden auch Martin, Lore, Matt und Henry sich auf den Weg machen. Ich kann nur spekulieren, wie es weitergeht. Egal, keep on smiling! Der Laden bleibt bestehen, daher hoffen wir mal, dass der neue Manager Wes und mich behalten will, wenn nicht, heißt es auch für mich: Jobsuche! Bis es aber soweit ist, wird rangeklotzt und Geld gescheffelt, Yeah!

Alice Springs, ich bin da!

Kurzmitteilung

Alice Springs, ich bin da!

Nach einer 24-stuendigen Busfahrt, liegt Kununurra endlich hinter mir. Neue Zeitzone, neuer Ort, aber immer noch Australien.

Interessant: Legt man in Europa eine Strecke von 1700 km zurueck, kann man von Hannover nach Barcelona gelangen und durchquert dabei drei Laender, erlebt drei unterschiedliche Kulturen und man hoert drei unterschiedliche Sprachen. Fahre ich hingegen 1700 km durch Australien, komm ich von der Nordkueste in die Mitte des Landes. Unglaubliche Dimensionen.

So, nun heisst es warten. In einer Stunde treffe ich meinen neuen Arbeitgeber.

Man darf gespannt sein!

Alice Springs, ich komme!

Kurzmitteilung

Ab nach Alice Springs, denn dort gibt es Arbeit.

Nach wochenlanger Jobsuche und fuenf Tagen in Kununurra kann ich endlich positives berichten: Ich hab einen Job gefunden! Zwar nicht hier im Ort. Ich muss ungefaehr durch halb Australien reisen, aber das mach ich gern fuer meinen neuen Job, yeah.

Die Tage hier in Kununurra waren ziemlich intensiv. Die Jobsuche hat sich mal wieder als kompliziert herausgestellt: Die Saison beginnt erst in einigen Wochen, schlechtes Timing,  und dennoch sind schon wieder gefuehlte tausend Backpacker auf den Strassen unterwegs. Langsam glaub ich wirklich an das, was mir viele Reisende und Einheimische mit auf den Weg gegeben haben, dass die ideale Zeit, um durch Ausralien zu reisen, fuenf oder sechs Jahre zurueck liegt. Egal, die Hoffnung stirbt zu letzt.

Und siehe da, mi etwas Geduld findet auch der Jork etwas. Ein kleines Restaurant in der Naehe von Alice Springs gibt mir einen Job als “kitchenhand”. Was feuer ein schoenes Gefuehl. Dort werd ich vier oder fuenf Monate abeiten und endlich etwas Geld sparen koennen. Herrlich!

Ab nach Alice Springs.

Cheers, Euer Jo